Anna Tilger

Am 6. und 7. Dezember 2019 fand in Berlin das „next Drehmoment“ statt. Hier habe ich mich gemeinsam mit 99 Azubis der Volksbanken und Raiffeisenbanken aus ganz Deutschland getroffen, um neue Ideen für die Zukunft der Banken zu sammeln und zu entwickeln.

Bereits am 05. Dezember ging für mich die aufregende Reise los. Ich freute mich riesig, dachte während der Zugfahrt aber auch viel nach: Was erwartet mich in Berlin? Wird es nicht komisch, sich mit völlig fremden Menschen ein Zimmer zu teilen? Und finde ich mich überhaupt in Berlin zurecht? Komme ich trotz Problemen mit dem Zug pünktlich an? Zugegeben, am meisten Angst hatte ich davor, ganz alleine zu sein und niemanden zu kennen. Doch diese Sorge stellte sich bald als vollkommen unbegründet heraus. Denn nachdem ich im Hostel in Berlin Mitte angekommen war, machte ich mich direkt auf den Weg zum Treffpunkt in den Keller, wo schon einige der anderen Azubis warteten. Es war echt eine Menge los und schnell fand ich ein nettes Grüppchen, zu denen ich mich gesellte. Das Eis war schnell gebrochen und wir unterhielten uns über unsere Heimatorte, verschiedene Dialekte, die in unserer Runde vertreten waren und lernten uns kennen.
Nachdem wir uns schon ein bisschen kennengelernt hatten, hieß es die kurze Zeit in der Hauptstadt zu nutzen. Wir klapperten zunächst einen Weihnachtsmarkt, danach den Alexanderplatz, den Fernsehturm und natürlich auch das Brandenburger Tor ab. Berlin sieht im Dunkeln und mit Weihnachtsbeleuchtung noch bedeutend schöner aus. Der Abend ging viel zu schnell vorüber und es hieß: Ab ins Bett. Denn die ganzen Eindrücke und Erlebnisse hatten uns alle müde gemacht und am nächsten Tag würde uns ein Shuttle um 08:30 Uhr abholen und zum Ahoy!, dem Veranstaltungsort, bringen.

Nachdem wir am nächsten Morgen alle langsam im Ahoy! eintrudelten, befestigten wir an einer großen Deutschlandkarte Polaroids von uns auf unseren Heimatorten. Anschließend gab es eine kleine Einführung, bevor wir uns in verschiedene Workshops einteilten. Der Workshop, bei dem ich teilnahm, beschäftigte sich mit dem Gewinnen neuer Bewerber für die Banken. Er startete mit einem kurzen Vortrag eines Informatikers der Fiducia, der uns auch eine Virtual Reality Brille zeigte, die eventuell in der Kundenberatung eingesetzt werden könnte. Zog man diese auf, erhielt man einen Anruf aus der Zukunft und durchlief eine mögliche Version seines Lebens, in der beispielsweise auf Dinge wie die Altersvorsorge eingegangen wurde. Danach haben wir die vier Phasen für die Gewinnung neuer Auszubildender erarbeitet (Anziehung, Information, Bewerbung, Onboarding) und uns in Gruppen aufgeteilt. In den verschiedenen Gruppen haben wir je eine Phase genauer betrachtet und neue Ansätze für die Umsetzung gesammelt. Danach hat sich jede Gruppe je einen Ansatz ausgesucht und ein Storyboard für einen Fotoroman entworfen, der diesen Ansatz veranschaulichen sollte. Nach einem kurzen Abschluss haben wir dann gemeinsam eine Bustour durch Berlin gemacht und konnten uns mit den anderen Gruppen austauschen. Trotz des regnerischen Wetters genossen wir alle den weihnachtlichen Anblick von Berlin und insbesondere den Zwischenstopp bei Curry36, der vom Next-Team gesponsert wurde.

Am nächsten und somit letzten Tag mussten einige Gruppen im Ahoy! Verluste wegen zu intensivere Clubbesuche verkraften. Die anderen arbeiteten weiter fleißig an der Umsetzung der Fotoromane, die wir am Vortag begonnen hatten. Das war für mich auch der lustigste Teil. Denn beim Fotografieren der Standbilder kam es bei unseren teils dramatischen Blicken zu dem ein oder anderen Lacher. So wurden häufig mehrere Versuche benötigt bis das gewünschte Bild eingefangen war. Nachdem wir dann alle Fotos im Kasten hatten, haben wir die Fotos direkt ausgedruckt, dazugehörige Sprechblasen gestaltet und alles auf einem Plakat angeordnet. Gegen Mittag kamen dann alle Gruppen wieder zusammen und die verschiedenen Ergebnisse wurden ausgestellt. Zunächst haben wir alle einen stummen Rundgang gemacht und im Anschluss dann noch einen kommentierten und gefilmten Rundgang gemacht. Und schon waren die zwei Tage beim next Drehmoment vorbei. Es hieß Abschied nehmen. Obwohl wir uns nur zwei Tage lang gesehen hatten, viel der Abschied von manchen Teilnehmern doch sehr schwer. Denn trotz der kurzen Zeit hatte sich ein Gefühl von Freundschaft zwischen uns ausgebreitet und es war schade, nun wieder getrennte Wege gehen zu müssen. Während es für manche an den Flughafen oder für eine weitere Nacht ins Hostel ging, machte ich mich auf den Weg an den Hauptbahnhof und in den Zug in Richtung Heimat.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Tage in Berlin für mich eine tolle Erfahrung waren. Ich hatte viel Spaß, konnte neue Menschen kennenlernen, gemeinsam mit anderen Bankazubis über die Zukunft der Banken nachdenken und sogar meine kreative Seite zum Einsatz bringen. Ich freue mich, dass ich die Chance hatte an diesem Workshop teilzunehmen, denn ich habe währenddessen viel gelernt, sowohl auf Banken und deren Zukunft bezogen, als auch auf mich selbst.