Stephan Jordan

Das diesjährige Anlageforum der VR Bank HessenLand in der Stadthalle Stadtallendorf stand unter dem Motto „Umdenken in der Vermögensanlage“. Zu Gast war Philipp Vorndran, Kapitalmarktexperte und Investmentstratege der Fondsgesellschaft Flossbach von Storch.

Nachdem Vorstandsmitglied Werner Braun die ca. 400 anwesenden Kunden zum Anlageforum begrüßte, begann Herr Vorndran mit der Aufklärung einiger Mythen zur Geldanlage. Außerdem machte er auf den Wertverlust des Geldes durch die Inflation in der Niedrigzinsphase aufmerksam und stellte somit die Notwendigkeit der Anlage in Immobilien und Aktien dar. Außerdem gab er den Zuhörern zu bedenken, ob es zukünftig sinnvoll ist in eine eigengenutzte Immobilie zu investieren oder diese doch besser fremdgenutzt zu vermarkten.

Nirgendwo seien die Immobilien und Lebensmittel so billig und die Steuern so hoch wie in Deutschland, trotzdem sei das verfügbare Einkommen sehr gering. Dies belegte Herr Vorndran mit den hohen Ausgaben für Reisen und Urlaub, sodass nur noch etwa 10% des verfügbaren Einkommens zum Sparen genutzt werde. Jedoch werden in den meisten Fällen diese 10% auf das Tagesgeldkonto gelegt und folglich keine Zinserträge generiert, sondern ein Verlust der Kaufkraft. Einer Umfrage zufolge, nutzen in Deutschland lediglich 2% der Befragten, Aktien zur Altersvorsorge. Die Ursache dafür sieht der Kapitalmarktexperte in der fehlenden ökonomischen Bildung. In der Phase der Niedrigzinsen, welche aus Sicht des Experten auch in den nächsten Jahren anhalten wird, ist es wichtig, den ersten Schritt in Richtung der Geldanlage in Aktien zu machen.

Vorndran geht sogar noch ein Stück weiter und macht den anwesenden Kunden klar, dass es ohne Aktien zur Altersarmut kommen wird. Weiter forderte er die Gäste auf, sich den Kursverlust zum Freund zu machen, indem man schlechte Nachrichten als gute Gelegenheit für Käufe nutzt, denn folglich seien dann gute Aktien günstig zu kaufen. Jedoch sei es in Krisensituationen auch wichtig, den Kurs zu halten und nicht zu schnell die Werte zu verkaufen, denn „Ohne Vola(tilität) keine Cola“. Mit dieser Botschaft verdeutlichte Vorndran, dass man nicht nur Wasser trinken wird, wenn man Risiken akzeptiert. Doch wie schafft man es, sich von den Schwankungen nicht beeinflussen zu lassen? „Kaufen und erst in zehn Jahren wieder über die Anlage nachdenken“ empfiehlt Vorndran, denn die Anleger reagieren oftmals zu sensibel auf Zinsveränderungen. Um diese Ängste vor Zinsveränderungen in Rendite umzuwandeln, machte der Kapitalmarktexperte die zuhörenden Gäste auf Sparpläne aufmerksam und forderte dabei schon frühzeitig mit dem kontinuierlichen Sparen anzufangen. Dabei sei es wichtig, sich bei den Investments nicht nur auf Deutschland und den DAX zu fokussieren, sondern die Anlage auf den gesamten Welthandel auszulegen, um Chancen und auch Risiken zu streuen.

Zum Abschluss des Vortrags beantwortete der Kapitalmarktexperte noch einige Fragen der Gäste unter anderem zu den Themen Emerging Markets und Gold. Den abschließenden Imbiss des Anlageforums nutzen viele Gäste um nochmal in ein persönliches Gespräch mit dem Kapitalmarktexperten zu treten.

 

v.l.n.r.: Philipp Vorndran, Thomas Fischer (Leiter Vermögensmanagement), Werner Braun (Vorstand) und Ralph Kehl (Vorstand)