Lilija Sirokov

Jeder hat schon einmal von einer Genossenschaftsbank gehört. Aber was steckt dahinter und was zeichnet eine Genossenschaftsbank aus?

Alles begann vor mehr als 150 Jahren. Damals gründete Hermann Schulze-Delitsch 1850 nach den Grundsätzen der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung den ersten „Vorschussverein“, den Vorläufer unserer heutigen Volksbanken.

Fast zur selben Zeit erkannte Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Notwendigkeit, für bedürftige Landwirte ein Modell zu entwickeln, damit diese sich Maschinen oder andere Investitionen in ihren Betrieben leisten konnten. Das lag daran, dass die Banken den Menschen damals nicht einfach so Geld geliehen haben und genug Rücklagen hatte nicht jeder. Daraufhin gründete er 1864 den Heddesdorfer Darlehenskassenverein. Das half den Landwirten ihrer Betriebe zu erhalten und auszubauen.

Als Mitglied einer Genossenschaft bedeutet es „Teil einer Bank“ zu sein. Jedes Mitglied besitzt ein Stimmrecht, egal wie hoch die Anzahl der gezeichneten Geschäftsanteile ist. Jedes Jahr wird zum Bespiel in der Mitgliederversammlung entschieden, was mit dem erwirtschafteten Geld der Bank passieren soll. In wirtschaftlich erfolgreichen Jahren wird vom dem Gewinn ein großer Teil an die Mitglieder ausgeschüttet und der andere Teil behält die Bank als Rücklage, beispielsweise für größere Investitionen.

Dadurch entstand die Grundidee der Genossenschaftsbanken: „Das Hauptziel ist nicht, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern die Ziele und Interessen ihrer Mitglieder zu erreichen.“

Alle Volksbanken und Raiffeisenbaken sind in einem Netzwerk verbunden und legen viel Wert auf Regionalität. Daher findet jeder Kunde „seine Bank“ vor Ort. So steht eine Genossenschaft für Gemeinschaft, demokratische Struktur, Sicherheit und Stabilität.

Was einer allein nicht schafft – das schaffen viele.

Hier noch ein kleiner Videotipp:  Die genossenschaftliche Idee